Dem Leser werden diese bedeutsamen, wenig bekannten Motive auf vielfache Weise veranschaulicht und kĂŒnstlerisch nĂ€her gebracht. Gleichzeitig wird andeutungsweise auf einige GesetzmĂ€Ăigkeiten im Aufbau dieser Motive aus der Farbe heraus hingewiesen. Wie ein Vorbote einer Kunst der Zukunft kommt die Darstellung des Menschen in seiner Geistgestalt anhand der gezeigten Beispiele voll zur Geltung. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch zu einem umfangreicheren VerstĂ€ndnis dieser neuen Kunstrichtung beitragen wird.
Rezension
Das neue Buch von Peter Stebbing zeigt eine Anzahl Bilder Gerard Wagners, die aus der BeschĂ€ftigung mit den Schulungsskizzen fĂŒr Maler â die Rudolf Steiner ursprĂŒnglich Henni Geck gab â hervorgingen. Im wiederholten Durchgehen durch die verschiedenen Variationen eines einzigen Motivs kann man etwas wie das Betrachten eines Gegenstands unter verschiedenen Gesichtspunkten erleben. Es bildet nicht ein Bild das Motiv ab (das kann vielleicht nicht abgebildet werden), sondern es bildet sich ein Zusammenklang, in dem das Motiv auf völlig neue und ungewohnte Art »aufleuchten« kann. Insbesondere ging es mir so mit der Reihenfolge der Motive. Durch das hier gezeigte Material wird die organische Abfolge der Bilder unmittelbar spĂŒrbar, die Art und Weise, wie sie auf einander aufbauen. Höchstens die Bilder zu âșEs werde die Weite und das Lebenâč scheinen die direkte Fortsetzung des âșForschersâč zum âșDreigliedrigen Menschenâč zu unterbrechen.
Besonders an den oft ungewohnten und ĂŒberraschenden Gesichtsbildungen kann erfahren werden, wie ein in der gesamten BildflĂ€che ausgebreitetes panoramaartiges Gewahrsein an einer bestimmten Stelle gleichsam zu sich kommt, aufwacht. Die Punkte, wo dies geschieht, sind immer in der Komposition des Gesamtbildes verankerte Brennpunkte. Jeder Pinselstrich, jeder Tupfer gerinnt aus der Bildganzheit heraus â es gibt nichts, was aus dieser herausfallen wĂŒrde. Diese Eigenschaft insbesondere der Gesichter kann relativ weit weg von Sehgewohnheiten fĂŒhren, die sich an isolierten Objekten orientieren, und eröffnet einen Ausblick auf eine neue Art, sich als Mensch zu erfahren â was zugleich das Thema der Bilder ist. So gesehen fĂŒhrt die Betrachtung direkt in den Bildinhalt. â Besonders erwĂ€hnenswert ist die Dokumentation von EntwĂŒrfen zum Grundsteinsaal im Goetheanum.
Quelle: Die Drei, Heft 6, 2018
Eirscheinungsdatum: 2017
Seiten: 218 Seiten, 163 Abb.
Einbandart: Halbleinen
ISBN 978-3-905919-93-6
Lieferbarkeit: Lieferbar
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