Passer au contenu
Walter Weber, Johannes Greiner

Der Druide von Aiona

Eine hybernische Einweihung

Prix d'origine CHF 24.50 - Prix d'origine CHF 24.50
Prix d'origine
CHF 24.50
CHF 24.50 - CHF 24.50
Prix actuel CHF 24.50
Disponibilité:
en stock, prĂȘt Ă  ĂȘtre expĂ©diĂ©

Dieses BĂŒchlein enthĂ€lt die Erinnerungen des Schweizer Anthroposophen Walter Weber an eine keltische Einweihung in einem frĂŒhere Leben. Walter Weber (1898-1991) erweist sich mit dieser erstmals 1975 erschienenen Schrift als Pionier der Reinkarnations- und Karma-Erkenntnis.

von Walter Weber, Johannes Greiner

Bestellungen werden innerhalb von 2-3 Tagen bearbeitet

Abholung möglich in der Buchhandlung (Dornach, Schweiz)

PrĂ€zise Beobachtungen und treffende Schilderungen der damaligen VerhĂ€ltnisse und EinweihungsumstĂ€nde werden mit der Sprachkraft eines begabten Dichters in eindringliche Worte gebracht. Die von Walter Weber selbst gemalten Bilder illustrieren das Geschriebene. Die angefĂŒgte Lebensskizze mit vielen autobiographischen Schilderungen enthĂ€lt auch einen Bericht der Begegnung mit Rudolf Steiner. UnabhĂ€ngig von dem interessanten karmischen Zusammenhang zwischen Walter Webers Leben und der im Druiden von Aiona geschilderten Ereignissen kann man die ErzĂ€hlung als fĂŒr sich stehendes Kunstwerk betrachten, die Schönheit und ExpressivitĂ€t der Sprache bewundern, die Bilder wirken lassen und in das ergreifende Schicksal eines in einer Übergangszeit lebenden Druiden miterlebend eintauchen.


Rezension

1975 hatte Walter Weber (1898–1991) die Geschichte einer mißlingenden druidischen Einweihung auf Iona und Staffa, zwei Inseln der Inneren Hebriden, im Selbstverlag veröffentlicht. Damals ging diese Schrift wohl in kleiner Auflage an wenige Freunde und Interessierte. Wie der damalige Leser aus beigefĂŒgten Tagebuchaufzeichnungen Webers aus dem Jahre 1950 erfahren konnte, basierte die ErzĂ€hlung auf karmischen Erinnerungen, die Weber direkt nach dem Besuch der Insel Staffa wĂ€hrend der Überfahrt nach Iona ĂŒberfielen. Er war mitten im GesprĂ€ch mit anderen Reisenden, als der Vorhang, der das jetzige Leben von frĂŒheren Zeiten trennt, aufgezogen wurde: »Plötzlich, mitten im gleichgĂŒltigen GesprĂ€ch, wĂ€hrend ich so gedankenverloren der Insel nachschaute, brach es ĂŒber mich herein wie ein ungeheurer Sturm. Ich fĂŒhlte mich jĂ€hlings, ich weiß nicht wieviele Tausend Jahre zurĂŒckversetzt in eine namenlos liebe, warme, sonnige Welt, die mich mit unaussprechlichem Heimweh erfĂŒllte. Wie ein Film rollten rĂ€tselvolle Bilder vor mir ab, die mich erschĂŒtterten.« (S. 53) Weber versuchte daraufhin ĂŒber ein Jahr lang erneut zu diesen Bilderwelten vorzudringen, Einzelheiten des druidischen Lebens und des Einweihungsgeschehens dingfest zu machen. Die veröffentlichte ErzĂ€hlung sowie von ihm gemalte Bilder, die jedoch nicht mehr im Original vorhanden sind, basierten auf dieser Arbeit. Man kann es wohl den Schicksal ordnenden KrĂ€ften zuschreiben, dass durch Johannes Greiners und Renatus Derbidges langjĂ€hrige BeschĂ€ftigung mit Walter Weber, seinem Schicksal im 20. Jahrhundert und seinen RĂŒckerinnerungen an ein Druidenleben nun eine erneute Veröffentlichung möglich wurde – ergĂ€nzt um ein Vorwort von Renatus Derbidge und eine biografische Skizze von Johannes Greiner, in der auch der Versuch unternommen wird, die Ereignisse und Schicksalstatsachen von Webers diesmaligem Leben in fragender und tastender Art und Weise mit Ereignissen des Druidenlebens in Beziehung zu bringen. Zugleich kann man die ErzĂ€hlung ĂŒber den â€șDruiden von Aionaâ€č und seine Einweihung aber ganz unabhĂ€ngig von den biografischen ZusammenhĂ€ngen des spĂ€teren Lebens lesen. Sie wirkt in ihrer Sprachkraft und durch die Bilder, die sie im Leser erzeugt. ErzĂ€hlt wird der Lebenslauf eines jungen Druiden von Kindesbeinen an: die druidische Schulung, die Entbehrungen, die er zu ertragen hat, schließlich die Einweihung auf Staffa. Wir erfahren viel von den starken Empfindungen und GefĂŒhlen des Druidenzöglings. In ihnen kĂŒndigt sich die Persönlichkeit an. Darin scheint mir ein Grund zu liegen, warum die Einweihung scheitern muss. Doch scheitert sie nicht so, dass der Zögling stirbt (viele starben in der Fingalshöhle auf Staffa, weil sie den Proben nicht gewachsen waren). Das Besondere in der ErzĂ€hlung ist: Schon im Erlebnis der nicht gelingenden Einweihung deutet sich an, um was es zukĂŒnftig in neuen Formen der Einweihung, die mit dem Christuswesen verbunden sind, gehen wird. Wie im Vorblick nimmt der Druidenzögling wahr, wie aus der Sonne sich der Christus der Erde – bzw. Iona – nĂ€hert. Dieses Doppelte: einerseits Scheitern und ZuEnde-Gehen einer alten Welt und andererseits Neubeginn, prĂ€gt – bei aller Tragik, die ĂŒber dem Leben des â€șDruiden von Aionaâ€č liegt – auch den weiteren Verlauf seines Lebens. Die direkte Folge des Misslungenen ist sein seelisch zerrĂŒtteter Zustand. Er ist verrĂŒckt geworden. Diese Verfassung Ă€ndert sich erst nach langen Qualen und nach einem Opfer, das der ihm nĂ€chste Mensch bringt. So zieht schließlich der Friede und die Liebe in ihn ein und er kann gegen sein Lebensende als christlicher Druide noch wohltĂ€tig wirksam werden. Deutlich wird, wenn man die ErzĂ€hlung auf sich wirken lĂ€sst, dass es sich bei solchem Scheitern und Neubeginnen nicht allein um individuelle Prozesse und Stufen handelt. Vielmehr wird plastisch am Einzelschicksal erlebbar, wie sich darin Menschheitsschicksal darlebt und spiegelt. Durch das geistig wahrgenommene Christusereignis erfĂ€hrt das druidische Einweihungserleben einen neuen, davor nicht dagewesenen Mittelpunkt. Deswegen musste vieles Alte weggeschafft werden und sterben. Iona, das damals zu Irland gehörte und ein Mittelpunkt druidischen Lebens war, spielte in dieser Umwandlung der Einweihungswege eine besondere Rolle. Sicher ist es auch kein Zufall, dass einige Jahrhunderte spĂ€ter durch die Wirksamkeit Columbans von Iona die Bewegung des iro-schottischen Christentums ausging. Walter Weber sagt am Schluss seiner ErzĂ€hlung, diese stehe »in der astralen Aura von Aiona eingeschrieben. Wer lesen kann, wird sie dort finden«. (S. 31) Als ich Ende 2016 das vorliegende Buch in die HĂ€nde bekam, verband es sich unmittelbar mit den EindrĂŒcken, Bildern und Themen, die mich selbst, als ich im Sommer 2016 auf Iona war, beschĂ€ftigt hatten. So kann ich dieses BĂŒchlein jedem, der sich fĂŒr das Druidentum und fĂŒr das iro-schottische Christentum interessiert, wĂ€rmstens empfehlen. DarĂŒber hinaus ist es ein wichtiges und mutiges Zeugnis fĂŒr Erinnerungen aus einem frĂŒheren Leben. 1975 war die Zeit noch nicht so, dass persönliche Reinkarnationserinnerungen eine Rolle spielten. Das beginnt sich heute zu Ă€ndern. Auch in diesem Kontext ist es gut, dass es dieses BĂŒchlein gibt.

Quelle: Die Drei, Heft 12, 2017

Erscheinungsdatum: 2016
Auflage: 1
Seiten: 176
Bindeart: Softcover

Edition Widar
Baumkamp 54
DE 22299 Hamburg
info@editionwidar.de