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Gipsplatte - Die Diener von Knossos

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Die Minoer
Sie waren die erste Hochkultur Europas, ihre Seefahrer dominierten Jahrhunderte lang das Mittelmeer und ihr Stierkult war Vorbild fĂŒr die Sage des Minotaurus: Das bronzezeitliche Reich der Minoer, benannt nach dem sagenhaften König Minos, ist noch heute legendĂ€r.

Die Minoer errichteten bereits vor rund 5.000 Jahren große Palastanlagen auf Kreta, bauten Straßen und entwickelten eine bis heute unentzifferte Schrift. Ihr Einflussbereich reichte von den Inseln der ÄgĂ€is ĂŒber Zypern und die KĂŒste Kleinasiens bis nach Mesopotamien und Ägypten. Doch so prachtvoll und archĂ€ologisch ergiebig minoische Palastanlagen wie Knossos oder Phaistos sind – ihre Erbauer geben Forschern noch immer zahlreiche RĂ€tsel auf. So ist auch der Grund fĂŒr den Untergang des legendĂ€ren minoischen Reiches nicht eindeutig geklĂ€rt.


Nur Bilder als Zeugen
Ein Faktor, dem die Minoer ihren Aufstieg und auch ihren Reichtum verdankten, war ihre Flotte. Die geografische Lage Kretas machte die Insel zu einem wichtigen Knotenpunkt im östlichen Mittelmeer. FĂŒr die Minoer wurden Meer und Seehandel daher zum treibenden Motor ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Erfolgsgeschichte.

Vom minoischen Seewesen waren offenbar selbst die Griechen noch nachhaltig beeindruckt, wie die Aufzeichnungen des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides zeigen: „Minos nĂ€mlich war der erste, von dem wir Kunde haben, dass er eine Flotte besaß, die das heute hellenische Meer weithin beherrschte ...“, heißt es in seinen Aufzeichnungen.

Aber wie sah die Flotte des sagenhaften Königs Minos aus? Und war sie tatsĂ€chlich so einflussreich wie es Thukydides beschreibt? Wenn ArchĂ€ologen diese Frage beantworten wollen, stehen sie vor einem Problem. Denn zuverlĂ€ssige Quellen ĂŒber das minoische Seewesen existieren kaum. Schriftliche Aufzeichnungen, die ĂŒber Schiffsarten, die HĂ€fen oder den maritimen Handel Auskunft geben, fehlen.

Die einzigen handfesten Indizien sind spĂ€rliche Reste von Hafenanlagen auf Kreta und die unzĂ€hligen Abbildungen von HĂ€fen, Schiffen und Wasserkreaturen in der minoischen Bilderwelt. Denn sie finden sich nahezu ĂŒberall: Ob als Ritzungen in Tonschalen, Gravuren auf winzigen Siegeln, bunte Fresken und einfache Tonmodelle – die schiere HĂ€ufigkeit dieser Motive macht klar, wie eng die Minoer mit dem Meer verbunden waren.

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