Dass SpiritualitĂ€t nicht zwingend mit der Ăbernahme hinduistischer und buddhistischer Inhalte zu begrĂŒnden ist, war ein wichtiges Anliegen Rudolf Steiners von Anfang an. In seinen Augen ist SpiritualitĂ€t ein Evolutionsgeschehen, das sich im Laufe der Zeit verĂ€ndert und durch die Kulturen schreitet. So richtete sich sein Blick auf die UrsprĂŒnge einer christlich- abendlĂ€ndischen SpiritualitĂ€t, die er im griechischen und Ă€gyptischen Mysterienwesen sah. Das fĂŒhrt er in diesem Vortragszyklus aus, seinem frĂŒhesten, von dem eine Mitschrift vorliegt. Rudolf Steiner entwickelt hier geistige Linien, die mit Heraklit beginnen und bis Augustinus und Scotus Eriugena reichen. Im Anschluss an diesen Vortragszyklus begann er mit der Abfassung der Schrift «Das Christentum als mystische Tatsache». Damit vollzog er eine Weichenstellung.
Rudolf Steiner distanziert sich mit diesen VortrĂ€gen deutlich von der traditionellen Ăbernahme esoterischer Inhalte, indem er eine geistige Spur verfolgt, die von den Wurzeln abendlĂ€ndischer Mysterienkultur bis in die Gegenwart eines christologisch begrĂŒndeten spirituellen Empfindens fĂŒhrt. Auch wenn die Mitschrift noch nicht die spĂ€ter ĂŒbliche Genauigkeit aufweist, zeigen die AusfĂŒhrungen doch in aller Deutlichkeit, dass man es hier mit einem entscheidenden Dokument der Konstitutierung der Anthroposophie zu tun hat.
Herausgeber Zehnter, Hans-Christian; Herausgeber Hoffmann, David Marc
Erscheinungsdatum: 06.2019
Auflage: 1
Seiten: ca 450
Format: 22,8 x 15,5 cm
Einbandart: Leinen
ISBN: 9783727408700
Lieferbarkeit: Lieferbar
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