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Steffen Hartmann

Die Michael-Prophetie Rudolf Steiners und die Jahre 2012 bis 2033

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Vorliegendes Buch versammelt AufsÀtze aus Wege, dieDrei und Gegenwart zu Karmaerkenntnis, zum Michaelswirken, zum Kalenderimpuls Steiners 1912/1879, zur Lage der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung, zum geistigen Goetheanum, zum Zusammenwirken von Platonikern und Aristotelikern (...)

von Steffen Hartmann

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Steffen Hartmann beschreibt, woran man (die Anthroposophen der ersten Stunde) erkennen kann - das wird manche ĂŒberraschen. (...) Trotzdem mag man finden: Warum sagt er das? Schweigt man darĂŒber nicht besser? - Normalerweise schon. Aber hat jemand den Eindruck, wir lebten in normalen Zeiten? Die heutige Weltlage ist doch gerade der Grund zur Michael-Prophetie. Muss ein Mensch, der diese Lage sieht, nicht verzweifeln? Wenn wir uns vergewissern können: Doch, sie sind da, sie arbeiten mit - dann macht das Mut. Und Mut ist bitterlich vonnöten. Die Dinge sind zu prĂŒfen - und alles andere als sentimental zu nehmen.

Noch ein eigenes Wort dazu: Wo werden sie sein, an welchen Stellen des Lebens? Da, wo Wichtiges zu tun ist, insoweit sie da hinreichen können. Insoweit man sie wirken lÀsst. (Aber: Was wichtig ist aus geistiger Sicht _x0096_ da wird das Leben eventuell unsere Vorstellungen korrigieren.)

Vorliegendes Buch versammelt AufsĂ€tze aus WegedieDrei und Gegenwart zu Karmaerkenntnis, zum Michaelswirken, zum Kalenderimpuls Steiners 1912/1879, zur Lage der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung, zum geistigen Goetheanum, zum Zusammenwirken von Platonikern und Aristotelikern, dazu das in der Gegenwart Nr. 3/16 veröffentliche MĂ€rchen Die Insel der Steine.
Aber nun ist es so, im Gehen auf 2033 zu, im Angesicht unserer Zeit, dass innere Überwindungen notwendig sind. Zur Zusammenarbeit. Zum Kampf. Davon spricht dieses Mut-Buch.

Gerold Aregger, Gegenwart 3/2017


Rezension

Historiker eilen dem Zeitenlauf stets hinterher. Doch bleibt die Zukunft im Blick, wenn ein gesundes VerhĂ€ltnis zur Vergangenheit gelingt. Damit ist nicht ein Vergessen gemeint, vielmehr ein reifer Abstand, um Klarheit und Kraft fĂŒr den weiteren Weg zu gewinnen.

Mit dieser Sammlung von AufsĂ€tzen, die seit 2013 in verschiedenen Zeitschriften erschienen sind, möchte der Verfasser einen Beitrag zu einem Selbsterkennen der Mitglieder der Anthroposophischen Bewegung innerhalb der verschiedenen Menschheitsströmungen geben: »Es geht mir um eine ernsthafte Besinnung auf die gegenwĂ€rtige Michaelschule und die brennenden Aufgaben aller MichaelschĂŒler. Ich möchte einen viel tieferen menschlichen Zusammenschluss all der Menschen anregen, die mit dem hier Angesprochenen ihr Inneres, ihr Herz, verbinden können.« (S. 32)

Die hier gesammelten sieben Texte bauen aufeinander auf. Davon sind die ersten drei nacheinander in der schweizerischen Zeitschrift â€șGegenwartâ€č erschienen. Rudolf Steiner gab eine viertĂ€gige Karma-Übung, die geeignet ist, das Aufwachen in jeder Menschenbegegnung zu intensivieren. In dem ersten Aufsatz â€șKarma schauen lernenâ€č weist Steffen Hartmann auf mögliche Schwierigkeiten und persönliche Erfahrungen mit dieser Übung hin. Sie ist »ein großartiges spirituelles Instrument, das eigene gegenwĂ€rtige Leben in seinen vielschichtigen ZusammenhĂ€ngen mit frĂŒheren Erdenleben zu durchlichten und, in Freiheit daran anknĂŒpfend, in die Zukunft zu schreiten«. (S. 12)

Die zwei folgenden AufsÀtze möchten dazu beitragen, dass die von Rudolf Steiner selbst so genannte Michael-Prophetie, die er in den Karma-VortrÀgen des Jahres 1924 gab, Wirklichkeit wird. Denn es ist eine der Intuition zugÀngliche Wahrheit, dass Menschen, die mit Rudolf Steiner gelebt und gearbeitet haben, bereits wieder inkarniert sind und eine lebendige Anthroposophie hier auf Erden suchen oder vertreten.

Der erste der beiden BeitrĂ€ge bietet eine Auseinandersetzung mit Erwartungen und EnttĂ€uschungen, die mit dieser Vorhersage verbunden waren. Tritt etwas anders ein als erwartet, ist es gewissermaßen schlicht und nicht besonders verkehrsgĂŒnstig gelegen, so kann allzuleicht daran vorbeigegangen werden.

Mit dem zweiten Beitrag stellt Hartmann ein Zitat aus â€șDie Sendung Michaelsâ€č (GA 194) in einen neuen, lebendigen Zusammenhang. Dort heißt es, dass die WirkenskrĂ€fte der die Menschheit fĂŒhrenden und tragenden Hierarchien seit der Mitte des 20. Jahrhunderts erschöpft sind (nicht »erschöpft sein werden«, wie Hartmann schreibt). Das ist wohl die unbewusste Lebenserfahrung vieler Heranwachsender, Jugendlicher und jung gebliebener Menschen, dass sie sich als fallen gelassen oder auf die Straße gestellt erleben. Sie mĂŒssen neue SeelenfĂ€higkeiten entwickeln und notwendig eine spirituelle Entwicklung beginnen, wenn sie ihre Lebensaufgabe erfĂŒllen wollen. Wie ein Keimgedanke erscheinen diese wenigen SĂ€tze, die Steiner wĂ€hrend des PĂ€dagogischen Jugendkurses (GA 217) im Oktober 1922 weiter ausgefĂŒhrt und vertieft hat. Dieser Aufsatz greift die eingangs dargelegte viertĂ€gige Karma-Übung auf und bindet sie ein in eine Gesamtheit von sieben Schritten. Hier findet die Frage: »Was ist Karma-Ordnen?« eine klare Antwort.

Eine wahrheitsgemĂ€ĂŸe, d.h. geistigen Wirklichkeiten entsprechende Urteilsbildung ist ein durchgĂ€ngiges Motiv in vielen Veröffentlichungen Steffen Hartmanns. Dies kommt auch in dem hier abgedruckten Eröffnungsvortrag â€șScheitern und Auferstehen in der anthroposophischen Bewegungâ€č wĂ€hrend der Himmelsfahrtstagung zur Zukunft der anthroposophischen Gesellschaft 2013 in Hamburg zum Ausdruck. Darin wird das Bild einer geistigen Waage hingestellt, in deren einer Schale Ereignisse aus der Vergangenheit ruhen: Die Versuche Rudolf Steiners, in den Jahren nach der Kriegskatastrophe aus anthroposophischen Impulsen Heilsames in den allgemeinen Niedergang zu stellen. Sie sind sĂ€mtlich nicht genĂŒgend zur Kenntnis genommen worden und es kam mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus noch viel schlimmer. In der anderen Schale lagert ein Gewicht – vielen Suchenden noch kaum sichtbar, weil ihre Aufmerksamkeit durch die VorgĂ€nge der Gegenwart abgelenkt ist. Es ist das reale Schicksalsnetz zwischen den Menschen, die sich ihrer Aufgaben bewußt werden, die Impulse wie diese Tagung in Hamburg mitgetragen haben oder in anderen ZusammenhĂ€ngen mittragen und folgende ZusammenkĂŒnfte möglich machen werden.

In Ă€hnlicher Weise wie mit dem in die Mitte gestellten Beitrag kommt die selbsteigene Wirksamkeit des Verfassers zum Ausdruck in dem lesenswerten Aufsatz â€șDas geistige Goetheanum heuteâ€č. Darin heißt es: »Das Ziel ist ja, dass die ganze Erde, mit allen ihren Wesenheiten, ein Tempel wird, und dass jeder einzelne Mensch seinen unverwechselbaren â€șBausteinâ€č da hinzufĂŒgt. Jedes Menschen-Ich kann eine SĂ€ule im Menschheits-Tempel werden.« (S. 82) Dies bleibt ein weitgestecktes Ziel! Der unsichtbare Geistestempel liegt nach meinen bescheidenen geistigen Erkenntnissen sehr im Verborgenen und wird auch Menschen, die sich zu den fortgeschrittenen GeistesschĂŒlern zĂ€hlen, noch nicht enthĂŒllt.

Es folgt eine Vortragsfassung des bedeutsamen Aufsatzes ĂŒber das Zusammenwirken von Platonikern und Aristotelikern, der kĂŒrzlich in die Drei 7-8/2017 veröffentlicht wurde. Drei Fragen werden darin hingestellt: »Wie kann das gehen? Wo ist dies auch schon geschehen? Welche Aufgaben stellen sich diesbezĂŒglich fĂŒr uns Heutige?« Deren Beantwortung fĂŒhrt auf Rudolf Steiners Begegnung mit seinem Lehrer Karl Julius Schröer zurĂŒck. Stellvertretend ĂŒbernahm er Aufgaben, die dieser selbst hĂ€tte erfĂŒllen sollen. Mit dieser FĂ€higkeit zur Stellvertretung ist noch ein großes Geheimnis verbunden, was auf eine urchristliche Strömung innerhalb der Anthroposophie verweist.

Wichtig in diesen ZusammenhĂ€ngen ist, dass viele Mitglieder ihre Zugehörigkeit nicht unbedingt bei Platonikern oder Aristotelikern suchen. Offensichtlich waren in geschichtlichen und vorgeschichtlichen Zeiten auch andere bedeutsame Menschheitsströme wirksam, die in der zusammen mit Anton Kimpfler verfassten Schrift â€șGeistesgegenwart und Schöpferkraftâ€č (Hamburg 2016) genannt sind. Deshalb bietet diese eine gute ErgĂ€nzung, wenn nicht eine Grundlegung des hier ausgefĂŒhrten Leitthemas. Und es besteht bei Einzelnen auch die FĂ€higkeit, die genannten karmischen PolaritĂ€ten im eigenen Seeleninneren zum Ausgleich zu bringen. Platonisch gestimmte Menschenseelen und begrifflich klar unterscheidende Aristoteliker mĂŒssen zu einem fruchtbaren Zusammenwirken kommen Der Beitrag greift dabei einen Vorschlag Mario Bettis auf, wie neue Gemeinschaftsbildung aufgrund einer spirituellen Demokratisierung der Gesellschaft gestaltet werden könnte. Niemand darf ĂŒbergangen werden! Die Sammlung wird mit dem MĂ€rchen â€șDie Insel der Steineâ€č abgeschlossen. Manche Bilder darin mögen bekannt erscheinen, und es scheint beabsichtigt, dass eine seltsam fragende Stimmung entsteht. Möge sie fruchtbar werden!

Im Vorwort wird auf die sozialen Bewegungen hingewiesen, deren Ende schon schlagzeilenkrĂ€ftig verkĂŒndet wurde, zu denen Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung stehen, aber eine freie und wachsame Verbindung halten. Gemeinsam ist ihnen, dass jede auf eine Ganzheit zielt. Diese Beziehung zum Ganzen liegt in unserem Schicksal verborgen.

Gewidmet ist die Aufsatzsammlung Mario Betti und Anton Kimpfler, ohne deren vorangehende Veröffentlichungen diese Sammlung nicht hĂ€tte entstehen können.

Quelle: Die Drei, Heft 12, 2017

Erscheinungstermin: 07.01.2022
Auflage: 3. Auflage
Produktform: Softcover, Paperback
Anzahl Seiten: ca. 128
Format: 1850 x 1350
ISBN:
9783948815134

 

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