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Robert O. Fisch

Licht vom Gelben Stern: Funken der Menschlichkeit in der Zeit des Holocaust

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Aus dem Gesamtwerk von Robert O. Fisch fĂŒr das Karl König Institut zusammengestellt und herausgegeben von Anne Weise

von Robert O. Fisch

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Die wichtigste Lehre, die ich in meinem Leben bekommen habe, ist diese: Dass wir immer menschlich bleiben, jedem gegenĂŒber und unter allen UmstĂ€nden, egal wie brutal sie auch sein mögen. Robert Fisch

Der ungarische Jude Robert Fisch wurde als 19jĂ€hriger von den Nazis deportiert, er ĂŒberlebte die Konzentrationslager Mauthausen und Gunskirchen und einen Todesmarsch. Nach seiner Befreiung entschied er sich, dass in seinem Gedenken trotz des erlebten Grauens nicht der Hass, sondern die Liebe das letzte Wort behalten soll. In den USA wirkt der Arzt und Maler seither fĂŒr Toleranz und Mitmenschlichkeit. 


Rezension

Juni 1944: Der 19jĂ€hrige Robert Fisch wird zusammen mit tausenden Budapester Juden in ein Arbeitslager deportiert. In Ungarn, verbĂŒndet mit dem Deutschen Reich, ist die bisherige Schonzeit fĂŒr die jĂŒdische Bevölkerung nach der Besetzung durch die Wehrmacht zu Ende gegangen. Adolf Eichmann drĂ€ngt auch hier auf rasche DurchfĂŒhrung der »Endlösung«. Ab April hatten alle Juden in Ungarn den gelben Stern zu tragen. Mitte Mai rollten bereits die ersten ZĂŒge in Richtung Auschwitz.

Die grauenvollen VerhĂ€ltnisse im Arbeitslager steigern sich noch im schier unvorstellbareren dreimonatigen, bei klirrender KĂ€lte durchgefĂŒhrten Todesmarsch in das KZ Mauthausen. Im Lager Gunskirchen findet die Befreiung durch die Amerikaner im Mai 1945 statt. Robert Fisch hat ĂŒberlebt. Von all dem, verbunden mit Erfahrungen »kleinerer Menschlichkeiten« innerhalb und außerhalb des Lagers erzĂ€hlt Fisch, der danach in Budapest Medizin studierte und nach dem gescheiterten Ungarischen Volksaufstand, an dem er aktiv teilnahm, in die USA emigrierte. Der Kinderarzt und KĂŒnstler schwieg fĂŒnfzig Jahre lang ĂŒber seine Erlebnisse, begann aber anlĂ€sslich einer Ausstellung seiner Bilder mit dem Schreiben.

Seine nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Erinnerungen und Reflexionen sind eine ĂŒberarbeitete und neu zusammengestellte Auswahl aus drei amerikanischen Veröffentlichungen. Das â€șLicht vom Gelben Sternâ€č kommt im Kleid eines schmalen Kunstkatalogs daher: kurze AusfĂŒhrungen mit Überschriften wie z.B. â€șTodesmarsch im Gebirgeâ€č, â€șDer Weg des Menschseinsâ€č oder â€șDas Licht der Liebeâ€č, finden auf der gegenĂŒberliegenden Seite mit meist reduziert gehaltenen, schwarz-weißen Zeichnungen eine Entsprechung. Ungewöhnlich an den 25 Texten ist, dass das Grauenvolle frei von Empörung und Entsetzen beschrieben wird, Ă€hnlich wie in Imre KertĂ©sz’ â€șRoman eines Schicksalslosenâ€č. Fisch bleibt aber nicht bei seinen Erinnerungen stehen, sondern reflektiert und entwickelt seine Gedanken auf einer höheren Ebene, beispielsweise: »Am Leben geblieben zu sein, ist kein Privileg, sondern eine außerordentliche Verpflichtung.« Seine Einsichten verwandelt er zu zwei zentralen Botschaften: dass man danach streben muss, unter allen UmstĂ€nden, wie unmenschlich sie auch sein mögen, menschlich zu bleiben; und dass selbst aus den schrecklichsten Erlebnissen etwas Gutes entstehen kann. Im letzten Satz heißt es: »Jene dunklen Tage brachten nicht nur die dunkle, sondern auch die lichtere Seite des Menschen in Erscheinung.«

ErwĂ€hnenswert ist, wie es zu dieser Veröffentlichung kam. Sie geht auf Anne Weise zurĂŒck, die im Rahmen ihrer Recherchen ĂŒber Karl Königs Jugendfreund, den Maler Alfred Bergel, der in Auschwitz verstarb, auf die BĂŒcher von Fisch stieß. Im Kontakt mit ihm – Weise lebt in den USA und ist von Januar bis MĂ€rz 2017 auf einer Vortragsreise in Deutschland und Österreich unterwegs – entstand die Idee zu diesem Buch, das von ihr zusammengestellt und vom Karl König Institut herausgegeben wurde.

Die deutschsprachige Holocaustliteratur ist dank Robert O. Fischs ungebrochener Menschlichkeit, Toleranz und Liebe reicher geworden. 

Quelle: Die Drei, Heft 1/2, 2017

Erscheinungsdatum: 10.2016
Auflage: 1.
Seiten: 72, 27 Illustrationen aus der Hand des Autors
Einbandart: Broschur
Format: H 21 cm / B 21 cm / -
ISBN: 978-3-95779-047-7

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