Damit Hans Hermann nicht in Vergessenheit gerĂ€t und er eine ihm gebĂŒhrende Anerkennung erfĂ€hrt, soll dieses Buch zu seinem 100. Geburtstag und zu seinem 20. Todestag erscheinen. Die Ausstellung am Goetheanum (26. 5. 2022) soll dazu beitragen, seine Bilder in der Wirklichkeit bewundern zu dĂŒrfen, sie in ihrer unglaublichen Farbigkeit und in tiefster Geistigkeit auf sich wirken zu lassen. Die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners war Hans Hermann der wichtigste Schulungsweg. Er eröffnete ihm neue Methoden und fĂŒr die Kunst zukunftsweisende Blickwinkel.
In den Bildern Hans Hermanns liegt ZukĂŒnftiges verborgen. Er hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich ĂŒber Vorurteile und Traditionen hinwegzusetzen, einen Beitrag fĂŒr die Malerei im 20. Jahrhundert, Sinn und Notwendigkeit fĂŒr einen Bewusstseinsumschwung durch die Kunst und deren Geschichte zu leisten. Er ging seinen Weg der notwendigen Freiheit.
Ein Buch ĂŒber Hans Hermann zu schreiben und zu kreieren ist vergleichbar mit dem Prozess, ein Bild zu malen, bei dem man am Anfang noch nicht weiĂ, wie es am Ende aussehen wird. Auch aufgrund seines vielfĂ€ltigen, bunten Lebens und durch seine Schaffenskraft und Wesensart ist ein Buch entstanden, bei dem ganz verschiedene Autorinnen und Autoren, die in den unterschiedlichsten Lebensphasen seinen Weg kreuzten, mitwirkten.
Der wichtigste Teil allerdings ist das Leben und Werk Hans Hermanns. Er selbst kommt hier zu Wort in seinen VortrĂ€gen, Schriften, MĂ€rchen und Gedichten â aber vor allem in seinen Bildern. Es ist zu bemerken, dass die gesprochene Sprache in den VortrĂ€gen einen anderen Charakter hat als die schriftlich verfassten Texte.
«Die Malerei ist zutiefst verbunden mit dem, was auch im Sozialen in der Anthroposophie angestrebt wird, nĂ€mlich das Ganze im Einzelnen und das Einzelne im Ganzen. Man stelle sich eine kleinere Menschengemeinschaft vor, wo jeder seine individuellen FĂ€higkeiten nicht selbst benutzt, sondern dem Ganzen zur VerfĂŒgung stellt. In einer so gestalteten Gemeinschaft erfĂ€hrt der Einzelne das Anderssein des Anderen und erlebt sein eigenes Ich und Anderssein in solchen Begegnungen. In einer gleichen Weise vollziehen sich im Gestaltungsprozess der Malerei das Einzelne im Ganzen und das Ganze im Einzelnen.
Das Bewusstsein unserer Epoche hat auch zur Folge, dass nicht wie frĂŒher am Ende einer Kulturepoche eine Meisterschaft erreicht wird, um sie zu behalten. Heute, am Anfang einer Kulturepoche, ist der Maler bestrebt, ein fernes Ziel zu suchen, und mit dieser BemĂŒhung befindet er sich irgendwo auf dem Weg, und das Ziel ist nur eine Ahnung. Dadurch bemĂŒht er sich, die entstandenen Grenzen seines Tuns zu ĂŒberwinden, um Neuland zu betreten, das ihm bis dahin unbekannt geblieben ist.»
Erscheinungsdatum: 31.01.2022
Produktform: Hardcover
Seiten: ca. 196
Format: 3250 x 2450 mm
ISBN: 9783943305630
Lieferbarkeit: Lieferbar
SchneiderEditionen
Freiligrathstr. 23
DE 70372 Stuttgart
info@schneidereditionen.net