Denn, so eine spĂ€tere Notiz: "Ich hege die Ăberzeugung, dass die groĂen Entscheidungen in der Physik fallen, indem ich unter Physik das Postulat einer universellen physikalischen Weltanschauung verstehe, die in ihr Problem alle erdenkbaren Probleme der Theologie, Philosophie, Psychologie, Anthropologie, Biologie einschlieĂt." "Das Abendland hat keine selbstĂ€ndige Wissenschaftstheorie hervorgebracht. Die 'exakte Naturwissenschaft' hat zu den Grundbegriffen, die man von den griechischen WissenschaftsvĂ€tern bezog, keinen einzigen neuen hinzugefĂŒgt (ausgenommen Goethes Begriff der Metamorphose). Es musste aus europĂ€ischer 'Wissenschaft' exakt soviel wieder herauskommen, als am Beginne die Griechen in sie hineingesteckt hatten. Die abendlĂ€ndische Physik beruht auf dem einzigen Gedanken, dass Gott nicht ein KĂRPER sei. Das ist der weltanschauliche Gehalt der wissenschaftlichen Physik, der 'klassischen' wie der "modernen"⊠Am Beginne der Physik frug man: Wer ist der Garant dafĂŒr, dass eine Vielzahl von Körpern (z.B. menschlichen oder planetarischen Körpern) sich in EINER Welt befinden? Man beantwortete die Frage dahin: der Garant fĂŒr die Eine Welt sei der Raum. Der Gedanke Raum duldet das AuĂereinander und Nebeneinander der Körper und erstellt zugleich, allerdings nur in einem Gedanken, ihre Einheit. Das Fundament der beginnenden Physik war mithin die Annahme, die Einheit der Welt sei nicht ein Körper (âŠ), sondern sei bloĂ gedanklicher Art. Diese ursprĂŒngliche Struktur der physikalischen Weltanschauung, als die Annahme, Gott sei nicht Körper, erhielt sich unverĂ€ndert bis in die gegenwĂ€rtige postklassische 'moderne' Physik.
Herausgegeben von Wyssling, Peter; Herausgegeben von Cuno, Martin
Erscheinungsdatum: 08.2010
Auflage: 2., Aufl.
Seiten: 40
Format: 20,0 x 13,5 cm
Einbandart: Kartoniert
ISBN: 9783930964208
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