"Es geht da nicht um theoretische WelterklĂ€rung, es geht da unmittelbar um den Markgehalt des Menschseins." Der Titel deutet (in Anspielung auf ein antisemitisches Buch der Nazizeit) auf den Anspruch Ballmers, die KontinuitĂ€t vom "vergessenen Goethe" (dem Naturwissenschaftler Goethe) zu Rudolf Steiners Anthroposophie herauszuarbeiten â und mit der parallelen Entwicklung der exakten Naturwissenschaften zu kontrastieren. Ballmer nimmt die Rolle eines "terrible simplificateur" auf sich, um den "kanonischen Verlautbarungen der alleinseligmachenden Physik-Kirche", dem "unverbindlichen Denk-VarietĂ©" und der "spĂ€tbĂŒrgerlichen Lyrik" der modernen wissenschaftlichen Physik, die sich nach Hermann Weyl als "Konstruktion in reinen Symbolen" versteht, seine Aussicht auf eine "PHYSIK DES KĂRPERS" gegenĂŒberzusetzen. Ungenannter Hintergrund und Voraussetzung ist die Anthroposophie als "universelle physikalische Weltanschauung". "Die moderne Physik strebt vom Beobachtbaren ins Unbekannte. Das Unbekannte wird bezeichnet und symbolisiert durch abstrakte Begriffe wie: Energie, Lichtgeschwindigkeit, Elementarwirkung usw. Der Physiker beunruhigt sich nicht darĂŒber, dass das Streben nach dem Unbekannten eigentlich ein Nonsens ist; er kennt diese Frage gar nicht, dagegen lĂ€sst er sich faszinieren durch das am Unbekannten absolut Sichere: das Mathematische. Die vom Physiker aufgestellten brauchbaren Naturgesetze sind von imponierender mathematischer Sicherheit. Die bewunderungswĂŒrdigen Erfolge der modernen Technik beruhen auf dieser weltanschaulich wenig anspruchsvollen Naturerkenntnis. Goethes Methode strebt vom Beobachteten nicht ins Unbekannte, sondern ins Bekannte.
Herausgegeben von Wyssling, Peter; Herausgegeben von Cuno, Martin
Erscheinungsdatum: 1995
Auflage: 1., Aufl.
Seiten: 208
Format: 20,0 x 13,5 cm
Einbandart: Kartoniert
ISBN: 9783930964505
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